1945 (8)

Amerikanische Soldaten marschieren auf der Wilhelmshöher Allee in die zerstörte Stadt ein. (Archivfoto: HNA)

Im blinden Wahn, der Fanatismus zueigen ist, setzt Generalmajor von Erxleben den Befehl des Gauleiters Karl Gerland um, die "Festung Kassel bis zum letzten Mann" zu verteidigen. Die Antwort der Alliierten sind schwere Luftangriffe am 8. und 9. März, ebenso am 18. und am 20. Der 21. März geht in die Stadtgeschichte ein als der Tag, an dem Kampfpiloten den letzten Luftangriff auf die Stadt fliegen.

Auf dem Gelände des Wilhelmshöher Bahnhofs warten im April 79 Zwangsarbeiter, die meisten von ihnen sind Italiener, vergeblich auf ihre Essensration. Die Zwangsarbeiter haben Hunger und folgen dem Beispiel einiger Deutscher, die einen Waggon mit Lebensmitteln aufgebrochen haben. Einige Stunden später erscheint ein Gestapo-Kommando auf dem Gelände, und obwohl sich Widerstand regt, wird schließlich der Befehl Marmons befolgt, die 79 Männer umzubringen.

Die Tragik dieses Vorfalls auf dem Bahnhofsgelände ist kaum zu überbieten: Während die Italiener sterben, wird die Stadt südlich und westlich von den heranrückenden Amerikanern abgeriegelt.

Die "Festung Kassel" wird am 4. April von der 80. US-Infanterie-Division eingenommen.

 

Quelle: kassellexikon.hna.de

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